„Rückenschmerzen kennt jeder!“

3. Juni 2012

Rasante Entwicklung in der minimalinvasiven Wirbelsäulenchirurgie

„Rückenschmerzen kennt jeder“, weiß Dr. (PY) Peter Douglas Klassen, seines Zeichens Neurochirurg am St. Bonifatius Hospital Lingen und dem Hümmling Krankenhaus Sögel. Gleitwirbel oder Bandscheibenvorfall – ebenso schmerzvoll wie weit verbreitet. Dr. (PY) Klassen behandelt in Lingen und Sögel die Patienten, die operiert werden müssen. Er ist Fachmann für minimalinvasive neurochirurgische Wirbelsäuleneingriffe.

Ein Rückenschmerz ist nicht unbedingt gleich eine Erkrankung. Eine Erkrankung liegt dann vor, wenn ein Symptom wie der Rückenschmerz relativ häufig und wiederholt auftritt und vor allem, wenn er belastungsabhängig wird. Ein ganz normaler Rückenschmerz, der im Volksmund als Hexenschuss bezeichnet wird, gehört also zur Lebensgeschichte jedes Menschen. Doch wenn sich die Beschwerden länger als 4 Wochen hinziehen und Medikamente auch nicht mehr helfen, sollte man sich an einen Arzt wenden. Es können verschiedene ernsthafte Erkrankungen hinter den Schmerzen stecken. Am häufigsten sind Rücken – und Beinschmerzen, die bei jüngeren Leuten mit Bandscheibenvorfällen verbunden sind.

 

Bei älteren Patienten können auch Einengungen des Wirbelkanals oder eine fortgeschrittene Osteoporose zu Rückenschmerzen führen. Die medizinischen Fortschritte sind auch für Laien leicht nachvollziehbar, weil messbar: War für die Stabilisierungs-OP bei Wirbelgleiten einst noch ein Schnitt von etwa zwölf Zentimetern Länge vonnöten, sind es heute gerade noch zwei jeweils zwei Zentimeter lange Schnitte – und der Muskel bleibt unverletzt. Winziger Schnitt, kürzere OP, bessere Wundheilung und Gesundung: Fortschritte, die erstaunlich jung sind – und die die Medizin revolutionierten. „Gerade auf dem Gebiet der Neurochirurgie“, erklärt Klassen, „hat sich wahnsinnig viel in kurzer Zeit getan.“

 

Wenn früher ein Wirbelsäulenpatient eine Operation bekommen hat, war er erst mal für ein halbes Jahr krank. Heute läuft es so ab, dass der Patient ins Krankenhaus kommt, operiert wird, und sich am selben Tag auf der Station wieder frei bewegen kann. Spätestens nach drei – vier Tagen erfolgt die Entlassung aus dem Krankenhaus. Die Rehabilitation nach Wirbelsäulenoperationen hat sich ebenso drastisch verbessert, die meisten Patienten können nach 8 Wochen wieder ins Berufsleben integriert werden.

 

Text/Foto Renate Jansen HKK

 

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