Zusammen leben – Theater und Ideen für Groß und Klein
1. Mai 2011„Das kleine ich bin ich“, so heißt ein kleines musikalisches Theaterstück, welches als Teil der Veranstaltung „Zusammen leben – Musik, Ideen, Theater zum Welt-Down-Syndrom Tag“ der Katholischen Erwachsenenbildung am vergangenen Wochenende in der vollbesetzten Aula des Hümmling-Gymnasiums aufgeführt wurde. Mit stehenden Ovationen und anhaltendem Applaus belohnten die mehr als 500 Besucher den Einsatz der Mitspieler sowie der Organisatoren.
Das Theaterstück wurde von 44 Jungen und Mädchen, behindert und nicht behindert, im Alter von drei bis 14 Jahren vorgetragen. Quintessenz des Stückes ist es, dass jeder Mensch individuell ist oder jeder seinen eigenen Wert hat.
Initiiert wurde dieser Tag vom KEB – Arbeitskreis „Einander helfen – Kinder mit Down Syndrom und ihre Familien“.
In einer vorhergehenden Musik-Theater-Werkstatt hatten die Bildungsreferentinnen Stefanie Schmidt und Christine Schütte des Marstall Clemenswerth zusammen mit weiteren Eltern aus dem Arbeitskreis im Vorfeld mit den Kindern die Theater- und Gesangsszenen eingeübt. Für den Bau der Kulissen stellten sich freiwillig einige Eltern zur Verfügung. Mit viel Fantasie und Ideenreichtum entstand so rund um das Theaterprojekt der jeweils passende Szenenhintergrund. Andrea Wassenberg entwickelte mit weiteren Kindern ein zum Stück passendes Instrumentenspiel.
Marstall-Bildungsreferentin Christine Schütte beobachtete: „Es ist ein schönes Zeichen, dass viele Kinder keine Berührungsängste gezeigt und sich für das Mitwirken am Musical gemeldet haben.“ Das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen wurde dadurch selbstverständlich.
Das Besondere am Theater-Projekt ist das gemeinsame Arbeiten von Kindern mit und ohne Behinderungen. „Wir wollen durch die Veranstaltung die Notwendigkeit und die Möglichkeit einer wesentlich stärkeren Einbeziehung von Menschen mit geistigen Behinderungen, insbesondere des Down-Syndroms, in unser normales Bildungs- und Ausbildungssystem sowie in die Arbeitswelt verdeutlichen“, erklärt Rita Lammers vom KEB Arbeitskreis ‚Einander helfen’.
Als weiteren Programmpunkt griff Achim Ciolek von der „Hamburger Arbeitsassistenz“ im Rahmen der Veranstaltung die Frage nach Integrationsmöglichkeiten von Menschen mit Down-Syndrom in den ersten Arbeitsmarkt auf. Anhand zahlreicher konkreter Beispiele zeigte er damit, dass sich auch im Bereich beruflicher Perspektiven von Menschen mit dem Down-Syndrom noch mehr bewegen lässt und bewegt werden muss.
Der Rahmen der Veranstaltung war geprägt von der fetzigen Musik der FED-Band des St.-Lukas-Heims aus Papenburg, die ebenfalls mit großem Applaus bedacht wurden. Viele Besucher nutzen im Anschluss die Gelegenheit zur Information, zum Stöbern im aufgebauten Büchermarkt und zum Gespräch im Foyer.
Text/Foto: IC