Schüler schlüpfen in die Rolle von Politikern
1. Mai 2011Klasse 10bR der Schule am Schloss mit überzeugendem Rollenspiel
„Wir machen ein Rollenspiel“, mit diesen Worten leitete Frau Lau , die Physiklehrerin der Klasse 10bR, ein interessantes Projekt in die Wege, bei dem die Schüler sich in das Jahr 2020 hineinversetzen und sich vorstellen sollten, dass in Marienberg ein Kernkraftwerk errichtet werden soll.
Dafür teilte sie die Schüler in 7 Gruppen ein: eine Journalisten-Gruppe, zuständig für Interviews und Berichte, zwei Gruppen, die den Bau eines Kernkraftwerkes befürworten, zwei Gruppen, die dieses Vorhaben ablehnen, eine neutrale Gruppe, die mit wissenschaftlichen Erkenntnissen beratend zur Seite steht und eine Gruppe, die für die Organisation einer Konferenz zuständig ist und die Entscheidung treffen muss, ob das geplante Kernkraftwerk zukunftsfähig ist.
Über vier Wochen haben die Schüler zum Thema „Kernkraft“ recherchiert und sich Hintergrundwissen verschafft. Dazu zählte auch der Besuch des Kernkraftwerkes in Lingen.
Um letztendlich zum Höhepunkt und Abschluss der Arbeit zu kommen, hatte die Organisationsgruppe zum 01.03.2011 alle Gremien zu einer Konferenz in den Sitzungssaal des Sögeler Rathauses eingeladen, wo sie als Team und mithilfe ihres Improvisationstalents die eingeübten Rollen vertraten.
Wie im richtigen Leben – gekleidet wie die echten Politiker und Kernkraftgegner – standen sich die schwer miteinander in Einklang zu bringende Gruppen gegenüber und vermittelten mit logisch erscheinenden Argumenten und professioneller Vortragstechnik ihre Standpunkte. Es wurde eine heftige Debatte geführt, die letztendlich deutlich machte, dass der Ausstieg aus der Kernkraft nicht von heute auf morgen umzusetzen ist. Die Schüler überzeugten sich und ihre Lehrerin durch professionelles Auftreten im coolen Look und mit handfesten Argumenten.
Es war eine tolle Erfahrung für sie, den Klassenraum gegen einen authentischen Ort, den Sitzungssaal des Rathauses, zu tauschen, um dort frei zu sprechen, die Anliegen und sich selbst zu präsentieren, sowie sich in andere hineinzuversetzen.
Text: Gisela Arling Foto: Klaus Kulkmann