Grauen und Idylle
1. Mai 2011Bereits 1933 errichteten die Nazis Konzentrationslager. Eines der ersten bauten sie in der idyllischen Landschaft des Emslandes: das KZ Esterwegen. Es wurde im „Dritten Reich“ einer der frühen Orte von massenhafter Erniedrigung, Quälerei, Folter und Mord.
Der Landkreis Emsland stellt sich der düsteren Geschichte, die sich in seinem Gebiet ereignete. Er übernahm das Gelände des KZ’s und entwickelte die Gedenkstätte Esterwegen. Sie befindet sich noch im Aufbau. Offizielle Eröffnung soll im Oktober diesen Jahres sein.
Gleichwohl konnten Mitglieder des Forums Sögel die Stätte besichtigen. Sie wurden von der Leiterin der Gedenkstätte, Frau Dr. Andrea Kaltofen, geführt und über Details des KZ’s sowie die Historie der Einrichtung der Gedenkstätte sachkundig informiert.
Die in der Zwischenzeit während der Nutzung als Bundeswehr Depot wieder entstandene Idylle des Areals infolge Nachwachsens von Bäumen, Büschen und Blumen wurde durch Entfernen dieses Bewuchses in eine Monotonie der Seelenlosigkeit umgewandelt. Diese mutiert durch rostige Stelen als Torersatz, rostige Stahlwände sowie einen ebensolchen Weg zu einem Sinnbild des Grauens .
Vieles ist noch unfertig. Gedenktafeln und Erinnerungsstücke aus dem KZ werden das Grauen zwar nicht begreifbar, aber erkennbar, zumindest erahnbar machen. Ein Vorgefühl hierauf wurde den Besuchern des Forums Sögel von Frau Dr. Kaltofen vermittelt. Ihr gebührt Dank und Anerkennung.
Text/Foto: Uwe Müller