Die Handarbeit ruht
1. Oktober 2010Dies galt zumindest für den Montagnachmittag am 23. 8. 2010. Die Klön- und Handarbeitsgruppe der KFD Lathen besuchte mit 26 Damen unter Leitung von Frau Fischer die Zukunfts- und Geschichtswerkstatt in Sögel. Die Damen wurden von sechs Mitgliedern der Werkstatt begrüßt und betreut.
Nachdem der Vorsitzende des Forum, Bernd Eggert, mit einem kurzen Lichtbildvortrag Aufbau, Bildungsziele und Pläne des Forum erläutert hatte, wurde den Damen in Kleingruppen die Werkstatt präsentiert. Diese Aufgabe fiel in jedem Raum einem der Mitarbeiter der Werkstatt zu. Dabei ging es nicht um staubig-trockenen Geschichtsunterricht, sondern um Mitnehmen in die lebendige Heimatkunde Sögels, des Hümmlings sowie des Emslandes. Bei den Damen war das heutige Modewort „Bildungsferne“ absolut fehl am Platze. Selbst „Bildungsnähe“ wäre noch zu schwach ausgedrückt gewesen. Auch nach über einer Stunde sprühten die Damen noch so vor Interesse, daß sie viele Beiträge aus eigenem Wissen und Erfahrung leisteten. – An dieser Offenheit für Wissen und Bildung kann sich so manch einer ein Beispiel nehmen. Auch die Werkstattmitarbeiter hatten ihre helle Freude an dem Geben und Nehmen von Wissen und Bildung.
Die Zeit verging wie im Fluge. Nach der Werkstattführung wartete eine Verführung. Den Damen wurden Kaffee oder Tee und Kuchen serviert. Die Handarbeit ruhte zwar heut’ Nachmittag, das Klönen (wissenschaftlich-unverständlich ausgedrückt: der zweckfreie Diskurs) kam nun aber zu seinem Recht. Die Damen waren voll des Lobes über die Qualität der Kaffeetafel und zeigten sich überrascht, daß es in Sögel Männer mit solchen hausfraulichen Qualitäten gibt. Bildung emanzipiert halt! (Hoffentlich gibt’s keine Probleme mit der Lathener Herrenwelt.)
Um das Ende des Werkstattaufenthaltes zu versüßen, wurde noch ein Likör kredenzt. Die Damen verabschiedeten sich hoch erfreut. Diese ehrliche Freude wurde von den Mitarbeitern der Werkstatt um so mehr geteilt, als vor einigen Wochen bereits eine Gruppe des Heimatvereins Lathen der Werkstatt mit einem Besuch Anerkennung gezollt hatte.
Text/Foto: Uwe Müller